Hausmittel bei Erkältung bei Kindern: was guttut und was nicht

Hausmittel bei Erkältung bei Kindern: Eine Mutter liest ihrem verschnupften Kind auf dem Sofa vor; daneben stehen Wasser und Taschentücher.

Liebe Mamas, liebe Papas: Die besten Hausmittel bei Erkältung bei Kindern habt Ihr längst zu Hause. Viel Ruhe, genug trinken, frische und feuchte Luft und ein bisschen Kochsalz für die Nase. Den Rest erledigt das kleine Immunsystem meist ganz von allein. Honig gibt es erst ab dem ersten Geburtstag, und bei ätherischen Ölen und Erkältungssalben greifst Du am besten zu Produkten, die ausdrücklich für das Alter Deines Kindes gemacht sind.

Kaum wird es draußen ungemütlich, läuft zu Hause die erste Nase. Kennst Du das? Laut Kinderärzte im Netz, dem Portal des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, sind Kleinkinder im Durchschnitt sechs- bis zehnmal im Jahr erkältet. Das ist normal und kein Zeichen dafür, dass Du etwas falsch machst.

Auf einen Blick

  • Eine Erkältung heilt bei Kindern meist von selbst innerhalb von 7 bis 10 Tagen. Hausmittel machen diese Zeit angenehmer, verkürzen sie aber nicht.
  • Ruhe, viel trinken, feuchte Raumluft und Kochsalz für die Nase sind die wichtigsten Maßnahmen.
  • Nicht jedes Hausmittel passt zu jedem Alter: Honig erst ab 12 Monaten, Produkte mit ätherischen Ölen nur in der altersgerechten Variante.
  • Zwiebelsäckchen und Wickel sind wissenschaftlich kaum untersucht. Ohrenschmerzen gehören immer in die Kinderarztpraxis.
  • Bei Warnzeichen wie Atemnot, hohem oder anhaltendem Fieber oder wenn Dein Kind kaum trinkt, hol ärztlichen Rat ein.

Was Kindern bei einer Erkältung guttut

Was hilft bei Erkältung bei Kindern? Vor allem Zeit. Eine Erkältung heilt in der Regel von selbst, meist innerhalb von 7 bis 10 Tagen. Hausmittel verkürzen sie nicht, sie machen die Tage für Dein Kind aber deutlich angenehmer. Diese sechs Dinge passen für fast jedes Alter:

  1. Ruhe: Dein Kind entscheidet selbst, wie viel es spielen mag. Sofa-Tag erlaubt, für Euch beide.
  2. Viel trinken: Wasser und ungesüßter Kräutertee, lauwarm und über den Tag verteilt.
  3. Gute Luft: Mehrmals täglich stoßlüften, das Kinderzimmer nicht überheizen.
  4. Nasenpflege: Kochsalz-Nasentropfen aus der Apotheke sind schon für Babys geeignet.
  5. Etwas erhöht schlafen: Ab dem Kleinkindalter kann ein zusätzliches Kissen angenehm sein. Babys schlafen weiterhin flach auf dem Rücken.
  6. Ganz viel Nähe: Vorlesen, Kuscheln, Lieblingsserie. Oft seid Ihr das beste Hausmittel von allen.

Viele Eltern fragen, wie sie die Erkältung bei ihrem Kind schnell loswerden können. Die ehrliche Antwort: gar nicht. Auch eine beginnende Erkältung lässt sich nicht mehr stoppen. Was Du tun kannst, ist die ersten Tage für Dein Kind so angenehm wie möglich zu machen.

Erkältung bei Kindern: Hausmittel nach Alter

Nicht jedes Hausmittel passt zu jedem Alter, gerade wenn Dein Kind erst 1, 2 oder 3 Jahre alt ist. Die Übersicht zeigt, was in welchem Alter infrage kommt:

Hausmittel0 bis 1 Jahr1 bis 3 Jahre3 bis 6 Jahreab 6 Jahren
Kochsalz-NasentropfenJaJaJaJa
Feuchte Raumluft, LüftenJaJaJaJa
Ungesüßter KräuterteeNach RückspracheJaJaJa
Honig (1 Teelöffel im Tee)NeinJaJaJa
ZwiebelsäckchenNeinJa, lauwarmJaJa
ZwiebelsockenNeinNur kurz, Haut beobachtenJaJa
KartoffelwickelNeinNur lauwarm, mit AufsichtNur lauwarm, mit AufsichtJa, lauwarm
DampfinhalationNeinNeinNeinJa, mit Aufsicht
Erkältungsbalsam für ErwachseneNeinNeinNeinNein
Produkte mit ätherischen Ölen für KinderNur spezielle Babyprodukte, nach RückspracheNur altersgerechte ProdukteNur altersgerechte ProdukteNur altersgerechte Produkte

Zwiebel, Wickel und Co.: Klassiker im Check

Zwiebelsäckchen, Zwiebelsocken und Kartoffelwickel gehören zu den bekanntesten Hausmitteln. Wichtig vorab: Ihre Wirkung ist wissenschaftlich kaum untersucht. Viele Familien empfinden sie trotzdem als angenehm, und solange sie sicher angewendet werden, spricht wenig dagegen.

Zwiebelsäckchen

Eine klein geschnittene Zwiebel kommt in ein dünnes Baumwolltuch. Traditionell hängt man das Säckchen ans Kinderbett oder legt es lauwarm für etwa 20 Minuten ans Ohr. Prüfe die Temperatur vorher an Deinem Handgelenk. Für Babys unter einem Jahr ist das Zwiebelsäckchen nicht geeignet.

Ohrenschmerzen bei Kindern solltest Du immer ärztlich abklären lassen. Ein Zwiebelsäckchen ersetzt den Besuch in der Kinderarztpraxis nicht.

Zwiebelsocken

Dünne Zwiebelscheiben werden in Socken unter die Fußsohlen gelegt. Belege für eine Wirkung gibt es nicht. Wer es ausprobieren möchte: nicht bei Babys, bei Kleinkindern nur kurz und mit Blick auf die Haut, denn Zwiebelsaft kann empfindliche Kinderhaut reizen.

Kartoffelwickel

Gekochte, zerdrückte Kartoffeln werden in ein Tuch gewickelt und traditionell als warmer Brustwickel aufgelegt. Kartoffeln speichern Wärme sehr lange, die Verbrennungsgefahr ist deshalb größer, als man denkt. Für Babys nicht geeignet, bei Kleinkindern nur lauwarm, nie direkt auf der Haut und nie unbeaufsichtigt.

Was für die Kleinsten tabu ist

  • Erkältungsbalsam für Erwachsene: Die Erkältungssalbe aus Deiner Kindheit bleibt im Schrank. Laut Kinderärzte im Netz können Menthol, Kampfer und Co. bei Säuglingen einen lebensgefährlichen Stimmritzenkrampf auslösen. Greif stattdessen zu Produkten, die ausdrücklich für das Alter Deines Kindes geeignet sind. Für Babys gibt es eigene Präparate, frag dazu am besten in der Apotheke oder Kinderarztpraxis nach.
  • Honig vor dem ersten Geburtstag: Er kann Sporen enthalten, die für Babys gefährlich sind (Säuglingsbotulismus).
  • Dampf aus der Schüssel: Kleine Hand, heiße Schüssel. Das geht schneller schief, als man denkt. Wenn Inhalieren, dann erst ab dem Schulalter und am besten mit einem standfesten Inhaliergerät.

Wichtig: Hinter Ohrenschmerzen kann bei Kindern eine Mittelohrentzündung stecken. Lass sie deshalb immer in der Kinderarztpraxis abklären, auch wenn Du zu Hause ein Zwiebelsäckchen verwendest.

Schnupfen, Husten, Halsweh: was bei welchem Symptom guttut

Jede Erkältung fühlt sich ein bisschen anders an. Diese Hausmittel passen zu den typischen Beschwerden:

Schnupfen

  • Kochsalz-Nasentropfen oder -spray befeuchten die Nasenschleimhaut, für Babys gibt es zusätzlich Nasensauger.
  • Ab dem Kleinkindalter kann ein leicht erhöhter Oberkörper beim Schlafen angenehmer sein. Babys schlafen weiterhin flach auf dem Rücken.
  • Viel trinken und die Raumluft nicht zu trocken werden lassen.

Husten

  • Ausreichend trinken, gern lauwarm.
  • Feuchte, nicht überheizte Raumluft.
  • Ab dem ersten Geburtstag ein Teelöffel Honig, zum Beispiel im lauwarmen Tee.

Halsweh

  • Weiche, nicht zu heiße Speisen wie Suppe, Kartoffelbrei oder Joghurt.
  • Warme oder auch kühle Getränke, je nachdem, was Dein Kind lieber mag.
  • Lutschbonbons erst ab dem Schulalter, für Kleinkinder besteht Verschluckungsgefahr.

Ganz ehrlich: Schnupfen und Husten brauchen Zeit. Die Hausmittel machen sie erträglicher, verkürzen sie aber nicht.

Wie lange dauert eine Erkältung und wann ist Dein Kind ansteckend?

Laut Kinderärzte im Netz dauert eine Erkältung meist 7 bis 10 Tage, mit oder ohne Behandlung. Husten kann länger bleiben. Fieber ist meist nach zwei bis drei Tagen vorbei.

Ansteckend ist Dein Kind meist schon etwa einen Tag vor den ersten Symptomen. Am ansteckendsten sind die ersten zwei bis drei Tage, danach sinkt das Risiko deutlich.

Die Nächte an Tag 3 bis 5 sind oft die härtesten. Halte durch, danach wird es meist spürbar besser.

TagTypischer Verlauf
1 bis 2Halskratzen, Niesen, Müdigkeit, eventuell leichtes Fieber
3 bis 5Schnupfen am stärksten, Nase zu, erster Husten
6 bis 8Schnupfen lässt nach, die Energie kommt zurück
9 bis 10Meist nur noch leichter Husten
ab 14Husten, der noch anhält, ärztlich abklären lassen

Wann Du mit Deinem Kind zum Kinderarzt solltest

Dein Bauchgefühl zählt. Geh mit Deinem Kind zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt, wenn eines dieser Warnzeichen auftritt:

  • Dein Baby ist jünger als 3 Monate und hat Fieber ab 38 °C
  • Fieber über 39 °C oder länger als 3 Tage
  • Atemnot, schnelle oder pfeifende Atmung, eingezogene Rippen beim Atmen
  • Dein Kind trinkt kaum oder hat deutlich weniger nasse Windeln
  • Ohrenschmerzen, starke Halsschmerzen oder Heiserkeit
  • Husten länger als zwei Wochen
  • Blutiger Schleim
  • Dein Kind ist ungewöhnlich schläfrig, apathisch oder schwer weckbar
  • Die Beschwerden werden nach einer Besserung wieder schlimmer

Außerhalb der Sprechzeiten erreichst Du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Im Notfall, etwa bei starker Atemnot, wählst Du die 112.

Nachts und am Wochenende erreichst Du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Bei akuter Atemnot oder Bewusstseinsstörung wähl sofort den Notruf 112. Lieber einmal zu oft nachgefragt als einmal zu wenig.

Essen und Trinken bei Erkältung: was Dein Kind jetzt mag

Kein Appetit? Völlig in Ordnung, solange Dein Kind genug trinkt.

Getränke

  • Wasser oder stilles Mineralwasser
  • Ungesüßter Kräutertee wie Fenchel, Kamille oder Lindenblüte, lauwarm
  • Verdünnte Säfte als Abwechslung

Leichte Mahlzeiten

  • Hühner- oder Gemüsebrühe
  • Kartoffelbrei, Reis, Nudeln
  • Bananen, Apfelmus, Joghurt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Kindern auch sonst Wasser und ungesüßten Tee als Hauptgetränk. Und falls es heute nur Nudeln ohne alles gibt: Auch das ist okay.

Welche Nährstoffe in der kalten Jahreszeit eine Rolle spielen, erklären wir ausführlich im Ratgeber Immunsystem bei Kindern.

Und wenn der Appetit zurück ist und der Kita-Alltag wieder losgeht, findest Du für die Brotdose unsere Mini-Säfte für Kids.

Alltag mit erkältetem Kind: frische Luft, Kita, Schwimmbad

Frische Luft? Sehr gern sogar, solange kein Fieber im Spiel ist. Ein kurzer Spaziergang tut vielen Kindern gut. Zieh Dein Kind warm an und achte darauf, dass es nicht auskühlt.

Mit Erkältung schwimmen? Bei leichtem Schnupfen ohne Fieber ist das meist unkritisch. Bei Fieber oder Husten sollte Dein Kind pausieren. Nach dem Schwimmen gilt: schnell abtrocknen, Haare föhnen, nicht auskühlen.

Und die Kita? Eine einfache Erkältung fällt nicht unter die Meldepflichten nach dem Infektionsschutzgesetz. Viele Einrichtungen erwarten aber, dass Dein Kind 24 Stunden fieberfrei ist. Frag im Zweifel kurz nach. Das erspart Euch den Anruf „Bitte abholen“ um 10 Uhr.

Ein Wort an Dich, Mama (und an Dich, Papa)

Durchwachte Nächte, Taschentuchberge und nebenbei der ganze Alltag: Erkältungszeit ist Ausnahmezustand. Und trotzdem bist Du jeden Tag da, tröstest, kochst Tee und liest die Lieblingsgeschichte zum fünften Mal vor. Du machst das super. Diese Phase geht vorbei, und bald tobt Dein Kind wieder durch die Wohnung.

Häufige Fragen

Was hilft meinem Kind schnell bei einer Erkältung?

Ruhe, viel trinken, feuchte Raumluft und Kochsalz für die Nase. Ehrlich gesagt verkürzen Hausmittel die Erkältung nicht, sie heilt meist von selbst innerhalb von 7 bis 10 Tagen. Hausmittel machen diese Tage für Dein Kind aber deutlich angenehmer.

Welche Hausmittel sind ab welchem Alter geeignet?

Kochsalz-Nasentropfen und feuchte Raumluft passen ab der Geburt. Honig erst ab 12 Monaten, Dampfinhalation erst ab dem Schulalter und nur mit Aufsicht, am besten mit einem standfesten Inhaliergerät. Bei Produkten mit ätherischen Ölen gilt: nur solche verwenden, die ausdrücklich für das Alter Deines Kindes geeignet sind. Frag im Zweifel in der Apotheke oder Kinderarztpraxis nach.

Helfen Zwiebelsäckchen und Zwiebelsocken wirklich?

Beides sind traditionelle Hausmittel, deren Wirkung wissenschaftlich kaum untersucht ist. Viele Familien empfinden sie als angenehm. Bei Ohrenschmerzen ersetzt ein Zwiebelsäckchen aber nicht den Besuch in der Kinderarztpraxis.

Wie bekomme ich bei meinem Kind den Schnupfen weg?

Kochsalz-Nasentropfen oder -spray befeuchten die Nasenschleimhaut, bei Babys hilft zusätzlich ein Nasensauger. Ab dem Kleinkindalter kann ein leicht erhöhter Oberkörper beim Schlafen angenehmer sein, Babys schlafen weiter flach auf dem Rücken. Ganz ehrlich: Schnupfen braucht Zeit, oft eine bis zwei Wochen.

Soll mein Kind bei einer Erkältung an die frische Luft?

Ja, ohne Fieber ist ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft gut. Zieh Dein Kind warm an und achte darauf, dass es nicht auskühlt. Bei Fieber bleibt es besser zu Hause.

Wie lange dauert eine Erkältung bei Kindern?

In der Regel 7 bis 10 Tage. Husten kann noch bis zu zwei Wochen bleiben. Hält er länger an, lass ihn ärztlich abklären.

Wie lange ist mein Kind ansteckend und wann darf es wieder in die Kita?

Meist schon etwa einen Tag vor den ersten Symptomen, am ansteckendsten sind die ersten zwei bis drei Tage. Für die Kita gilt als Faustregel: 24 Stunden fieberfrei und wieder fit. Die genauen Regeln legt Deine Einrichtung fest, frag im Zweifel kurz nach.

Was soll mein Kind bei einer Erkältung essen und trinken?

Wichtiger als Essen ist Trinken: Wasser und ungesüßte Kräutertees wie Fenchel, Kamille oder Lindenblüte, lauwarm. Dazu leichte, warme Gerichte wie Brühe, Reis oder Kartoffelbrei. Der Appetit kommt meist von allein zurück.

Darf mein Kind mit Erkältung schwimmen gehen?

Bei leichtem Schnupfen ohne Fieber ist Schwimmen meist unkritisch. Bei Fieber oder Husten sollte Dein Kind pausieren. Achte danach darauf, dass es nicht auskühlt, und föhne die Haare trocken.

Wann sollte ich mit meinem Kind zum Kinderarzt?

Bei Fieber länger als drei Tage oder über 39 °C, bei Atemnot oder schneller Atmung, wenn Dein Kind kaum trinkt, bei Ohrenschmerzen oder wenn es ungewöhnlich schläfrig ist. Babys unter 3 Monaten mit Fieber ab 38 °C gehören immer sofort in ärztliche Hände.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zur Ernährung oder Versorgung Deines Kindes wende Dich an Deine Kinderärztin oder Deinen Kinderarzt.